Interview mit Pius Schurtenberger

oertliche Bauleitung

Pius Schurtenberger ist örtlicher Bauleiter des Bauprojektes beim Seetalplatz. Der Bauingenieur ETH schaut im Auftrag des Kantons Luzern, dass die Unternehmen die Termine, Qualität und Kosten einhalten.

Pius Schurtenberger, der Seetalplatz ist eine der grössten Baustellen im Kanton Luzern. Neben der Neugestaltung des Verkehrs entsteht ein verbesserter Hochwasserschutz. Auf dem Seetalplatz fliesst der Verkehr trotz allem weiter. Wie gelingt es Ihnen den Überblick zu behalten?
Bereits für die Unternehmerausschreibungen wurden alle Bauabläufe im Detail und bis ans Bauende festgelegt und die dazugehörigen Terminprogramme erstellt. Aus diesen Vorgaben erstellen die Unternehmer phasenweise Detailprogramme. Jetzt muss man – vereinfacht ausgedrückt – nur noch periodisch den Soll-Ist-Vergleich erstellen und Massnahmen anordnen, wenn unzulässige Abweichungen eintreffen.
Wichtig ist die örtliche Präsenz: die Bauleitung hat ihren Arbeitsplatz auf der Baustelle, unmittelbar neben den Baracken der Unternehmung.

Wie muss man sich einen Tag als örtlicher Bauleiter beim Seetalplatz vorstellen?
Die Zeit am frühen Morgen wird genutzt für Sitzungsvorbereitungen, Rechnungskontrollen, Protokollerstellung und dergleichen. Während der "normalen Arbeitszeit" folgen Besprechungen, Begehungen, Koordinationssitzungen, Ausmassbereinigungen und Kontrollen auf der Baustelle. Da wir nicht "auf der grünen Wiese" bauen, kommen auch Überraschungen ans Tageslicht, auf welche kurzfristig reagiert werden muss.

Was sind die grössten Herausforderungen bei diesem Projekt?
Der Bau unter Betrieb stellt höchste Anforderungen an alle Beteiligten. Es ist nicht nur der Verkehr (Autos, Zug, Bus, Velo etc.), der immer rollen muss. Sämtliche Werkleitungen (Strom, Wasser, Abwasser, Swisscom, Gas, TV, etc.) müssen zu jedem Zeitpunkt verfügbar sein. Die Zufahrten zu Liegenschaften und Betrieben ist jederzeit zu gewährleisten. Hochwasserereignisse sind möglich und deshalb so zu berücksichtigen, dass keine Schäden entstehen. Weiter sind die Bauvorhaben Dritter und der Nachbarn in die Abläufe zu integrieren.

Haben Sie schon eine vergleichbare Baustelle geleitet?
Seit über 20 Jahren leite ich grosse Baustellen und es fasziniert mich immer noch. Genau vergleichbar sind die Baustellen nicht, jede hat andere Schwerpunkte. So war zum Beispiel beim Cityring die Schichtarbeit eine Herausforderung. Bei den A2/6 Erweiterungsbauten in Kriens waren die tiefen Baugruben in schwierigem Baugrund sehr anspruchsvoll. Bei den weiteren Autobahnbaustellen lagen die Schwergewichte bei der Instandsetzung und Verstärkung von Kunstbauten.

Wie schafft man es, während einem solch grossen Bauprojekt nach Feierabend abzuschalten?
Das ist nicht immer einfach. Wichtig ist, zwischendurch örtlich Distanz zu nehmen. Die Freizeit verbringe ich mit der Familie, erledige Gartenarbeit oder gehe mit dem Hund spazieren.

Was ist Ihre Prognose, kann das Bauprojekt planmässig abgeschlossen werden?
Wir werden weiterhin alles daran setzen, dass die Vorgaben eingehalten werden.